Mittwoch, 15. Oktober 2014

Bienvenidos a Chile y Argentina

Am 11.9. sind wir ueber einige Zwischenstationen in Santiago de Chile gelandet. Der 11.9. ist nicht nur fuer die USA ein historischer Tag, sondern auch in Chile, denn am 11.9.1973 wurde die sozialistische Regierung unter Salvador Allende geputscht und die lang andauernde Militaerdiktatur unter Pinochet begann. Daher wird in Chile Jahr fuer Jahr mit allerlei Aktionen an dieses Datum "erinnert". So gab es dieses Jahr Sprengstoffanschanschlaege auf die U-Bahn und solche Drohungen. Da wir davon nichts wussten, fuhren wir gemuehtlich mit der U-Bahn durch die Stadt und wunderten uns, dass wir diese praktisch fuer uns hatten...
In Santiago waren wir bei Alvaro und Uli und ihrem Sohn Manuel untergebracht. Alvaro war 2002 fuer ein paar Monate nach Innsbruck gekommen um besser Deutsch zu lernen, ist dann aber 2 Jahre geblieben und hat nicht nur Deutsch gelernt. So hat er dort unter anderem Clemens und vor allem die Uli aus Kaernten kennen gelernt. Bei Alvaro wartete schon das aus Kirgisistan verschiffte Skipaket auf uns, der es fuer uns aus den Faengen des chilenischen Zolls befreit hatte.

Santiago de Chile mit Andenkette

Manuel auf Sonntagsbergtour in der Naehe von Santiago

mit dem Aconcagua im Hintergrund.


Um die Weiten Chiles und Argentiniens zu erforschen, hatten wir uns entschlossen fuer die Zeit ein Auto zu mieten. Wir wurden bei einer alternativen Autovermietung fuendig, die uns nicht nur ein Auto, sondern gleich einen kleinen Camper Van vermieteten und mit diesem sind wir nun unterwegs.


Unser Bus mit ausgefallenem Design

und dummen Spruch (dafuer werden wir fast jeden Tag photographiert).



Zuerst fuhren wir zu den Termales de Chillan, wo wir bei perfekten Bedingungen zwei Tage Ski fahren waren. Anschliessend verbrachten wir einige Zeit im chilenischen Seengebiet. Hier hat es leider relativ hauefig geregnet und unser Skiplaene stark vereitelt. Ueber Alvaro vermittelt verbrachten wir aber einige Tage in lustiger Gesellschaft bei Truus und Hans Saler, die beide mehrere Leben gelebt haben. Hans war frueher Extrembergsteiger (war z.B. 1970 bei der Sagen umwobenen Nanga Parbat Expedition dabei) und dann zuerst ohne und spaeter mit Truus jahrelang auf einem selbstgebauten Segelboot auf den Weltmeeren unterwegs. Als ihnen dies zu langweilig wurde, haben sie das Boot mit einem VW Bus ausgetauscht und sind so weitergefahren. Nach insgesamt wohl 30 Jahren auf der Welt unterwegs sein, sind sie in Chile am Fusse des Vulkan Villarrica in Pucon mit mehreren Tieren sesshaft geworden. Wie man sich vorstellen kann, habe sie genug Anekdoten zu erzaehlen und sie tuen dies gerne. Ein Portrait ueber die beiden gibt es auf:

http://www.ardmediathek.de/tv/Lebenslinien/Der-Gratwanderer/BR-Fernsehen/Video?documentId=22139966&bcastId=14913740


Hans mit seinem Dalai Lama

Fruehstuecksrunde


Trotz des ueblen Wetters, konnte wir in guten Phasen etwas unternehmen und bestiegen den Volcano Lonquimay und Volcano Villarrica und versuchten den Volcano Llaima. 


Einkehrschwung im Skigebiet Termales de Chillan

Tour Richtung Vulcano Chillan.
Dieser Lift musste ausgegraben werden.

Vulcano Lonquimay


Am Gipfel unseres einzigen 3000er


Vulcano Llaima beim Start.

Nach 2 Stunden in dieser Suppe kehrten wir um.

Lago und Vulcano Villarrica.

Aufstieg zum Villarrica.

Der Gipfelkrater mit aufgrund der giftigen Daempfe unbezwingbaren Kratereissuedwand.




Von Pucon aus wechselten wir auf die andere Seite der Anden nach Argentinien. Auf Strassen mit tollen Ausblicken (Ruta de los siete lagos) fuhren wir bis nach San Carlos di Bariloche. Bariloche ist eine traumhaft an einem See gelegene Stadt, in deren Umgebung es auch einige Ski-, Wander und Klettergebiete gibt. Mit dem Schnee ist hier allerdings nicht mehr viel los und so haben wir die Ski mit den Bergschuh ausgetauscht. Durch Truus vermittelt, durften wir uns bei Li einquartieren. Li ist eine argentinische Slacklinerin und Klettererin, die einige Jahre in Deutschland gelebt hat, und jetzt dabei ist, in der Naehe von Bariloche einen kleinen Camping Platz aufzumachen.



Seengebiet rund um Bariloche.

in der Pampa


Li's Hund Maia auf dem Weg zum Rifugio Frey.


Unser Zeltplatz in der Naehe des Rifugio Frey.

Tolle Kulisse am naechsten Morgen.

Li in ihrem Element.

Auch ich habs nach langem wieder einmal probiert.



Beim River surfen auf Li's Camping Platz.

So, dass war es fuer Heute. Wir wuenschen Euch noch einen tollen Herst und senden 
schone Gruesse aus dem patagonischen Fruehling.

Montag, 22. September 2014

USA

Von Singapur ging es dann via Guangzhou in China in einem 15 Stunden dauernden Flug nach New York. Auf die chaotischen, asiatischen Grossstaedte folgend, genossen wir es es in Manhatten mit seinen breiten Gehsteigen und relativ gemuetlichen Verkehr zu Fuss drei tage unterwegs zu sein.

Party bei unsreeen AirB&B Gastgebern.



Das neue Word Trade Center Tower 1.


Dannach fuhren wir nach Baltimore, in der Naehe von Wahington DC, wo wir bei Clemens alten Schulkameraden und langjaehrigen Freund Michael und seiner Freundin Tory eine wunderbare Woche verbrachten. Mit ihnen fuhren wir auch ueber Country Roads in den Blueridge Mountains und besichtigten nette, alte Kuestenstaedte.



Baltimore

Blue Ridge Mountains


Dienstag, 9. September 2014

Indonesien: Lombok, Bali und Java


Nachdem wir über den Umweg Kuala Lumpur ein neues, wieder 30 Tage gültiges Visum für Indonesien erhielten, starteten wir dieses Mal auf der Insel Lombok. Dort verbrachten wir ein paar Tage am Strand mit Beachlife und Surfen in Kuta, ein paar Tage in der Hauptstadt Mataram und schliesslich ein paar Tage einsame Natur mit Schnorcheln auf der sehr kleinen, abgelegen Insel Gili Gede. Dort wurden wir Einbruchopfer. In unserem und dem Nachbarbungalow wurde, während wir alle beim Abendessen waren, eingebrochen. Bei uns gab es leider reichlich Beute - Laptop, Photoapparat (und alle Photos bis auf jene vom Blog), GPS und ein paar kleinere Sachen sind weg. Wir hatten nicht im Traum daran gedacht, dass es dort gefährlich sein könnte... Auf jeden Fall hat sich damit Lombok keine Photos verdient (es wären lauter kitschige Strandphotos gewesen) und die restlichen von Indonesien sind von minderer Handykameraqualität. Daher gibts in diesem Blogeintrag wenig Photos, aber viel Text.

Von Lombok ging es mit Bus und Fähre auf Bali und dort in die Stadt Ubud, die das kulturelle Zentrum von Bali ist und auch gut vom Tourismus lebt. Wir konnten das tägliche hinduistische Leben mit mehreren Opfergaben und Zeremonien beobachten und einmal auch bei einem Begräbnis in einem Dorf dabei sein, wo der Dorfkönig und einige normale Personen verbrennt wurden. Eine solche Begräbniszeremonie ist ein riesiger zeitlicher und finanzieller Aufwand. Da die Angehoerigen dafür längere Zeit sparen muessen, werden auch die Leichen über mehrere Monate bis zu Jahren "aufgespart" und erst wenn man genuegend finanzielle Mittel hat und einige Tote zusammen gekommen sind, kommt es zur richtigen Zeremonie. 




Jeder Tote wird durch einen Stier dargestellt.

Je wichtiger die Person war, desto grösser der Stier. Hier der Dorfkönig.



Am Schluss wurde alles zusammen mit den Leichen und verschiedenen Gaben verbrannt.

 Anschliessend fuhren wir mit der Fähre von Bali auf die am dichtesten bewohnte indonesische Insel Java. Indonesien weist ja mit seinen 250 Mio Einwohnern die viertgrösste Bevölkerung der Welt auf – allein auf Java, das ungefähr die 1.5 fache Fläche von Österreicht hat, leben 130 Millionen und es ist damit eine der am dichtesten bevölkerten Gebiete auf der Erde. Aber auch hier gibt es reichlich Natur. Zuerst haben wir von der Stadt Banyuwangi aus den Kratersee Kawah Ijen besucht. Besonders beeindruckend sind dort in der Nacht sichtbare brennende blaue Flammen, die durch das auströmende Schwefelgas entstehen. Der Vulkan ist aktiv und wird zur Schwefelgewinnung genutzt. Dies läuft ab wie im Mittelalter und man möchte wirklich nicht mit den dortigen Arbeitern tauschen.

Ijen Kratersee. Diese Körbe sind 50 bis 80 kg schwer und werden ca. 1.5h zu Fuss transportiert.




Abtransport. Durschnittslohn ca 150 USD pro Monat ohne Sozialleistungen.

Nach einer weiteren langen Busfahrt erreichten wir schliesslich ein Hauptziel unserer Reise, die 750,000 Einwohner zählende Stadt Malang, benannt nach Saskias berühmtenVorfahren :-). Was Malang wirklich bedeutet, konnten wir nicht herausfinden – die Erklärungen gingen von horizontal bis unglücklich, aber Saskia´s Vorarlberger Familienname ist wohl doch nicht der Pate der Stadt. So gibt es in Ostasien mehre Orte und Städte namens Malang. Malang auf Java ist eine nette Stadt mit angenehmen Klima umgeben von bis zu über 3000 Meter hohen Vulkanen an deren Hängen intensiv Kaffee und Äpfel angebaut werden. Von Malang aus besuchten wir ein touristisches Highlight einer Java Reise, nämlich die “Mondlandschaft” rund um den Vulkan Bromo im Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark.



Grosser Bahnhof zu Ehren von Frau Dr. Malang.
 
In der Mitte der Bromo und im Hintergrund der 3676m hohe Semeru.



Mondlandschaft



Von Malang reisten wir sehr angenehm mit dem Zug nach Yogyakarta, wo wir unsere letzten Tag in Indonesien verbrachten.  Wir besuchten die buddhistische Tempelanlage Borobudur und die hinduistischen Tempel von Prambanan. Beide Anlagen wurden um 800 n.C. errichtet, sind Weltkulturerbe und gelten als absolute Meisterwerke. Generell kam es auf Java zu einer Vermischung von Buddhismus und Hinduismus und einiges dieser mehrheitlich verdrängten Religionen scheint in der Volkskultur der nun islamischen Bevölkerung weiterzuleben. Clemens marschierte zum Sonnenfaufgang wieder einmal auf einen Vulkan namens Merapi, ein weiteres Wahrzeichen von Yogyakarta.

Borobodur


Prambanan





Per Flugzeug ging es dann von Yogyakarta zurück nach Singapur und am nächsten Tag weiter via die chinesische Millionenmetropole Guangzou in den Big Apple New York. Singapur erschien uns diesesmal wesentlich angenehmer als beim ersten Stop, wo wir wohl einfach noch nicht an ostasiatische Menschenmassen gewöhnt waren.