Nachdem wir über den Umweg Kuala Lumpur ein neues, wieder 30 Tage gültiges Visum für Indonesien erhielten, starteten wir dieses Mal auf der Insel Lombok. Dort verbrachten wir ein paar Tage am Strand mit Beachlife und Surfen in Kuta, ein paar Tage in der Hauptstadt Mataram und schliesslich ein paar Tage einsame Natur mit Schnorcheln auf der sehr kleinen, abgelegen Insel Gili Gede. Dort wurden wir Einbruchopfer. In unserem und dem Nachbarbungalow wurde, während wir alle beim Abendessen waren, eingebrochen. Bei uns gab es leider reichlich Beute - Laptop, Photoapparat (und alle Photos bis auf jene vom Blog), GPS und ein paar kleinere Sachen sind weg. Wir hatten nicht im Traum daran gedacht, dass es dort gefährlich sein könnte... Auf jeden Fall hat sich damit Lombok keine Photos verdient (es wären lauter kitschige Strandphotos gewesen) und die restlichen von Indonesien sind von minderer Handykameraqualität. Daher gibts in diesem Blogeintrag wenig Photos, aber viel Text.
Von Lombok ging es mit Bus und Fähre auf Bali und dort in die Stadt Ubud, die das kulturelle Zentrum von Bali ist und auch gut vom Tourismus lebt. Wir konnten das tägliche hinduistische Leben mit mehreren Opfergaben und Zeremonien beobachten und einmal auch bei einem Begräbnis in einem Dorf dabei sein, wo der Dorfkönig und einige normale Personen verbrennt wurden. Eine solche Begräbniszeremonie ist ein riesiger zeitlicher und finanzieller Aufwand. Da die Angehoerigen dafür längere Zeit sparen muessen, werden auch die Leichen über mehrere Monate bis zu Jahren "aufgespart" und erst wenn man genuegend finanzielle Mittel hat und einige Tote zusammen gekommen sind, kommt es zur richtigen Zeremonie.
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| Jeder Tote wird durch einen Stier dargestellt. |
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| Je wichtiger die Person war, desto grösser der Stier. Hier der Dorfkönig. |
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| Am Schluss wurde alles zusammen mit den Leichen und verschiedenen Gaben verbrannt. |
Anschliessend fuhren wir mit der Fähre von Bali auf die am dichtesten bewohnte indonesische Insel Java. Indonesien weist ja mit seinen 250 Mio Einwohnern die viertgrösste Bevölkerung der Welt auf – allein auf Java, das ungefähr die 1.5 fache Fläche von Österreicht hat, leben 130 Millionen und es ist damit eine der am dichtesten bevölkerten Gebiete auf der Erde. Aber auch hier gibt es reichlich Natur. Zuerst haben wir von der Stadt Banyuwangi aus den Kratersee Kawah Ijen besucht. Besonders beeindruckend sind dort in der Nacht sichtbare brennende blaue Flammen, die durch das auströmende Schwefelgas entstehen. Der Vulkan ist aktiv und wird zur Schwefelgewinnung genutzt. Dies läuft ab wie im Mittelalter und man möchte wirklich nicht mit den dortigen Arbeitern tauschen.
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| Ijen Kratersee. Diese Körbe sind 50 bis 80 kg schwer und werden ca. 1.5h zu Fuss transportiert. |
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| Abtransport. Durschnittslohn ca 150 USD pro Monat ohne Sozialleistungen. |
Nach einer weiteren langen Busfahrt erreichten wir schliesslich ein Hauptziel unserer Reise, die 750,000 Einwohner zählende Stadt Malang, benannt nach Saskias berühmtenVorfahren :-). Was Malang wirklich bedeutet, konnten wir nicht herausfinden – die Erklärungen gingen von horizontal bis unglücklich, aber Saskia´s Vorarlberger Familienname ist wohl doch nicht der Pate der Stadt. So gibt es in Ostasien mehre Orte und Städte namens Malang. Malang auf Java ist eine nette Stadt mit angenehmen Klima umgeben von bis zu über 3000 Meter hohen Vulkanen an deren Hängen intensiv Kaffee und Äpfel angebaut werden. Von Malang aus besuchten wir ein touristisches Highlight einer Java Reise, nämlich die “Mondlandschaft” rund um den Vulkan Bromo im Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark.
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| Grosser Bahnhof zu Ehren von Frau Dr. Malang. |
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| In der Mitte der Bromo und im Hintergrund der 3676m hohe Semeru. |
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| Mondlandschaft |
Von Malang reisten wir sehr angenehm mit dem Zug nach Yogyakarta, wo wir unsere letzten Tag in Indonesien verbrachten. Wir besuchten die buddhistische Tempelanlage Borobudur und die hinduistischen Tempel von Prambanan. Beide Anlagen wurden um 800 n.C. errichtet, sind Weltkulturerbe und gelten als absolute Meisterwerke. Generell kam es auf Java zu einer Vermischung von Buddhismus und Hinduismus und einiges dieser mehrheitlich verdrängten Religionen scheint in der Volkskultur der nun islamischen Bevölkerung weiterzuleben. Clemens marschierte zum Sonnenfaufgang wieder einmal auf einen Vulkan namens Merapi, ein weiteres Wahrzeichen von Yogyakarta.
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| Borobodur |
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| Prambanan |
Per Flugzeug ging es dann
von Yogyakarta zurück nach Singapur und am nächsten Tag weiter via die
chinesische Millionenmetropole Guangzou in den Big Apple New York. Singapur
erschien uns diesesmal wesentlich angenehmer als beim ersten Stop, wo wir wohl
einfach noch nicht an ostasiatische Menschenmassen gewöhnt waren.